Wenn das keine Punktlandung ist! Im Juni hatte das “ControllingBlog” täglich 586 Visits, exakt so viele wie im Vormonat Mai. Die Besuchszahlen sind kontinuierlich gestiegen: Im August 2008 besuchten das Weblog noch täglich 371 Interessenten.
Als Initiator und Moderator dieses Blogs freue ich mich natürlich über diese Entwicklung, zu der entscheidend das Engagement von Manfred Grotheer als Co-Autor beigetragen hat.
Wir freuen uns, von unseren Lesern Anregungen für das ControllingBlog zu bekommen: Was ist gut? Was sollte anders gemacht werden? - Schreiben Sie Ihre Ideen doch einfach als Kommentar zu diesem Beitrag! Wenn Ihnen unser Blog gut gefällt, können Sie es auch gerne Kollegen empfehlen, Sie können es natürlich auch verlinken, Blogger können es in ihre Blogrolls aufnehmen.
“Kommunikations-Controlling” ist eine sehr junge “Bindestrich-Controlling-Disziplin”. Ein Podcast auf der ICV-Website gibt einen ersten Einblick in diese Thematik. Der Video-Mitschnitt ist bei einer Podiusmdiskussion auf dem großen 34. Congress der Controller (11./12. Mai 2009 in München) gemacht worden. Anerkannte Experten, einige der “Vordenker” in diesem Bereich, geben Antworten auf Fragen wie: Wie findet Controlling in der Unternehmenskommunikation Eingang? Wie kann ein Zusammenwirken von Controllern und Kommunikatoren gelingen? Ist der von Kommunikatorenseite häufig vorgebrachte Einwurf haltbar, Wirkung von Kommunikation könne man nicht messen, es sei vielmehr wichtig “etwas fürs Image zu tun”?
Die Spezialisten plädieren sowohl für Hartnäckigkeit als auch für eine “gewisse Gelassenheit” auf Controller-Seite: Freiheitsgrade seien zu lassen, Engstirnigkeit deplatziert; um erfolgreich zu sein müssen die Controller aber die Geschäftsmodelle der Kommunikatoren kennen und verstehen lernen!
Schließlich wird ein Ausblick diskutiert: Welche Entwicklung wird das Kommunikations-Controlling nehmen? - In drei bis fünf Jahren hat es sich, zumindest in den großen Unternehmen, durchgesetzt, lautet die Vorhersage. (Mehr zum Thema auf der Website des Facharbeitskreises Kommunikations-Controlling des Internationalen Controller Vereins.)
Acht Herbsttagungen veranstaltet der Internationale Controller Verein von September bis Ende November; in der Schweiz, in Deutschland, Österreich und Litauen. Damit diese Veranstaltungen, organisiert von den jeweiligen Arbeitskreisen der Region bzw. gemeinschaftlich von den Branchenarbeitskreisen Gesundheitswesen, ein Erfolg werden, soll in bewährter Weise im Web die Werbetrommel gerührt werden. Nach den positiven Erfahrungen in Vorbereitung auf den außerordentlich erfolgreichen 34. Congress der Controller im vergangenen Mai hat der ICV auch für die Herbsttagungen Werbe-Banner erstellt. Diese können auf der Website heruntergeladen werden (hier klicken!). Der ICV ruft Mitglieder, Partner und Freunde auf, die Banner (gif-Datei) auf ihrer Website zu platzieren und mit der Adresse http://www.controllerverein.com/AnkuendigungenAnmeldung.289.html zu verlinken. Vielen Dank im Voraus für die Mitarbeit!
Hat der Wirtschaftsjournalismus in den Jahren vor der Finanz- und Wirtschaftskrise versagt? Hätte er Missbräuche aufdecken, vor Gefahren warnen und die Mächtigen kritisieren sollen? War er gar in einem “neoliberalen Rausch”? - Die “Süddeutsche Zeitung” hat am Wochenende einen Beitrag ihres jahrelang leitenden Wirtschaftsredakteurs Nikolaus Piper veröffentlicht, der auch online verfügbar ist. Vor allem über entsprechende Analysen und Auseinandersetzungen in den USA wird in dem Text berichtet, hin und wieder riskiert er einen kurzen Blick auf die deutschen Wirtschaftsmedien. Dennoch ein interessanter Anfang.
Piper schreibt, es habe eine konstante, hartnäckige Berichterstattung über die Entwicklung der Finanzmärkte gefehlt… In Deutschland “mag auch dazukommen, dass die Tradition populärer Finanzberichterstattung noch sehr jung ist.” … Der Schluss könne nur heißen: “…nicht weniger, sondern mehr Finanzjournalismus; außerdem eine gründlichere Ausbildung der Journalisten in Finanzdingen.” - Beim Thema Controlling steht der Internationale Controller Verein ICV interessierten Wirtschaftsjournalisten als Partner gerne zur Verfügung.
Am Schluss seines Beitrages findet es Piper dann “keine schlechte Idee”, in Redaktionen einen Journalisten zu haben, “der immer die Gegenposition vertritt … auch außerhalb von Wirtschaftsredaktionen.” - Ob das “immer” funktioniert? Jedenfalls trifft sich dieser Einfall gut mit der Idee des ICV vom „Controller als Business Partner statt Zahlenknecht des Managements“, dessen Haltung “über die Anpassung an den Mainstream oder maßgebliche Einzelinteressen siegt”. In den 10 Kernelementen des nachhaltigen Controlling-Ansatzes des ICV heißt es dazu: “Wir verstehen Controller als das kaufmännische Gewissen des Unternehmens. Controller müssen Rückgrat beweisen, Versuchungen widerstehen und die Rolle des ‘Spielverderbers’ positiv wahrnehmen.”
Keine leichte Aufgabe, als „positiver Unruheherd“, der auch gelegentlich den Spielverderber zu geben bereit ist, ein gesundes Maß zu finden. Denn wer will schon mit einem ewigen Suppen-Spucker als Business-Partner “immer” zusammenarbeiten?
Ein Personal-Chef berichtete vor kurzem, dass sich in seinem Unternehmen als umschreibende Bezeichnung für die Controller-Funktion der Begriff des “Co-Manager” etabliert habe.
Auch wenn diese Umschreibung nicht im Controller-Wörterbuch der IGC zu finden ist, trifft sie aus meiner Sicht zu einem Großteil auf einen guten Controller zu. Der Manager ist ergebnisverantwortlich, der Controller ist ergebnismitverantwortlich (= ergebnis-co-verantwortlich). Der Controller beeinflusst durch seine ökonomische Mess- und Regeltechnik und seine Beratungsqualität die Ergebnisqualität des Managers. Um gut beraten zu können, benötigt der Controller auch profunde Kenntnisse über die Geschäftsprozesse im zu betreuenden Bereich, vielleicht kommt er sogar aus der “Linie” des Bereiches.
In einigen Unternehmen ist der Controller auch der Bereichsleiter in spe. Im Rahmen der Karriereplanung haben Nachwuchsführungskräfte für einen bestimmten Zeitraum die Rolle eines Bereichscontrollers wahrzunehmen, um als zukünftiger Bereichsleiter die bereichsspezifischen Geschäftsprozesse auch ökonomisch interpretieren zu können.
Die Thematik “Controller und Betriebsrat” wird heute, 10.6.2009, auf der Titelseite der Financial Times Deutschland (FTD) behandelt. Dort werden unter der Überschrift “Meuterei in Nürnberg” Einzelheiten aus einem Brandbrief des Hauptpersonalrates der Bundesagentur für Arbeit (BA), Eberhard Einsiedler, zitiert. Dort heißt es u.a.: “Es muss Schluss sein mit dem Zahlenfetischismus! Ich bitte Sie [Arbeitsagenturchef Weise] dringend, pfeifen Sie Ihre Zahlenknechte zurück.” Der Betriebsrat schließt, dass das Kerngeschäft der BA nicht mehr in der Vermittlung von Arbeitslosen bestehe, sondern in “Controlling, Qualitätsmanagement und Steuerung”. Teamleiter würden zu “sinn- und hilflosen Zahlenproduzenten” degradiert. Ein BA-Sprecher gibt lt. FTD der Belegschaft sogar teilweise recht: “Das ist ein Diskussionsthema in der Bundesagentur. Wir wissen, dass das Pendel bei den Kennzahlen zu weit ausgeschlagen hat und sie reduziert werden müssen.”
Der Zielkonflikt zwischen Managern und den ökonomische Transparenz schaffenden Controllern einerseits, und den Betriebs- bzw. Personalräten andererseits, ist nicht selten. Wenn ein Betriebs- und Personalrat besteht, ist er auch in mitarbeiterbezogene Entscheidungen einzubeziehen, aus meiner Sicht sogar häufig über die gesetzlichen Vorschriften hinaus. Der Betriebsrat hat dabei auch “Siege” zu erzielen, wie bei Tarifverhandlungen. Überzeugt man ständig den Betriebsrat und er stimmt allen Entscheidungen des Managements zu, können die vom Betriebsrat vertretenen Mitarbeiter denken: “Wozu haben wir überhaupt diesen Betriebsrat als Interessenvertreter? Ist er nicht nur ein “Handlungserfüllungsgehilfe” des Managements?” Häufig werden dann Personen in den nächsten Betriebsrat gewählt, die eine deutlich konfrontativere Position einnehmen. Insofern könnte manchmal eine Regel für die Arbeit mit dem Betriebsrat lauten: 2 Schritte vor und 1 wieder zurück, insbesondere wenn einige Kennzahlen ein zu viel des Guten sind.
Vermieden werden sollte es jedoch, dass solche Internata an die Öffentlichkeit gelangen. Betriebsräte sind häufig mit den Medien gut vernetzt. Daher sollte eine Sensitivität entwickelt werden, um rechtzeitig zu spüren, wann der Betriebsrat und die Mitarbeiter überfordert werden.
Unter diesem Titel ist in “Die Zeit”, Nr. 24, 4. Juni 2009, ein Artikel über Controller erschienen. “Krisenzeiten bedeuten für Controller Hochbetrieb”, “75 Prozent der Personalmanager in Deutschland klagen darüber, dass ihnen geeignete Bewerber für offene Stellen im Finanz- und Rechnungswesen fehlen”, “nicht auf Teufel komm raus zu kürzen, sondern Kosten mit Sachverstand zu dirigieren”, “… wird mehr auf die kommunikativen Fähigkeiten des Controllers geachtet” und “[Controller müssen sich] … entlang der Wertschöpfungskette auskennen” sind einige Aussagen in diesem Beitrag, in dem auch der ICV-Vorsitzende Siegfried Gänßlen und ICV-Mitglied Matthias von Daacke zitiert werden.
Heute kommt das Management-Team, zu dem auch der Corporate Controller gehört, einer sehr erfolgreichen deutschen Firma von einem einwöchigen Angeltörn vor Norwegen zurück. Diese Reise, zu der von allen Beteiligten die erforderlichen Tage aus dem Jahresurlaub “eingesetzt” werden, findet schon seit vielen Jahren zwischen Himmelfahrt und Pfingsten statt. Sicherlich steht das Angeln im Vordergrund dieser Reise, gleichzeitig findet aber auch Gruppendynamik statt und sicherlich wird auch das eine oder andere Gespräch über die Zukunft der Firma geführt.
Diese Reise kann aufgrund ihres Zeitpunktes auch in der Tradition einer Strategieklausur gesehen werden. Auch wenn die Planung, incl. strategischer Planung, inzwischen in vielen Unternehmen als ein rollierender Prozess implementiert ist, könnten sich ein paar Fixpunkte im Jahresterminkalender eines Unternehmens anbieten. Einer dieser Fixpunkte könnte “Himmelfahrt” sein. Die Tage um den Feiertag “Himmelfahrt” bieten sich für eine regelmäßige Strategieklausur geradezu an. Man fährt z.B. am Mittwochabend vor Himmelfahrt auf eine Berghütte, in ein abgelegenes Hotel oder Kloster. Von Himmelfahrt bis Samstagmittag, den Freitag als Brückentag nutzend, wird dann workshop-artig an meinungsbildungsbedürftigen strategischen Themen gearbeitet. Der Samstagabend wird dann wieder zuhause verbracht.
Die Zeit um Himmelfahrt eignet sich besonders gut für strategisches Nachdenken, da sie für Controller “zwischen den Jahren” liegt. Der Jahresabschluss, incl. Gesellschafter- bzw. Hauptversammlung, ist abgeschlossen und der Detailplanungsprozess für das neue Jahr hat noch nicht begonnen. Eine gute Zeit, den Themenspeicher aus dem letzten Jahr einmal strukturiert zu öffnen und zu überlegen, was sich daraus an Maßnahmen formulieren lässt, die in die Planung für das nächste Jahr passen würden.
Falls in naher Zukunft (vor den Sommerferien) ein entsprechender Termin nicht mehr machbar ist, lässt sich vielleicht schon jetzt ein Termin für die nächste Himmelfahrt fixieren.
“In unserer Firma gibt es das Wort “Budget” nicht mehr!”, berichtete mir vor kurzem selbstbewusst eine Controllerin. Das Wort “Budget” wurde in den letzten Jahren häufig heftig kritisiert, zum Teil, weil es falsch interpretiert wird. Im “Controller-Wörterbuch” der International Group of Controlling heißt es zu Budget u.a.: “Budget heißt nicht, daß das Geld ausgegeben werden muß, sondern es ist, da es sich aus den Unternehmenszielen ableitet, die Leitplanke auf dem Weg der Zielerreichung.”
Die Spielregel lautet also nicht, sich “sklavisch” auf den Cent an ein Budget zu halten, sondern es als Leitplanke zu sehen. Abweichungen vom Budget sind frühestmöglich anzukündigen.
So gibt es beispielsweise in einem Unternehmen bei einer rollierenden Planung über 6 Quartale explizit nicht mehr das Wort Budget (s. Abb. unten), dennoch ist es dem Sinn nach vorhanden und als “Annual Operating Plan” bezeichnet, das als erster Entwurf im Rolling Forecast 05 (RFC 05) bereits für das “next fiscal year”
enthalten ist und im Rolling Forecast 11 im Sinn der Integration der Teilpläne und eines Commitments “verabschiedet” wird. Im Rolling Forecast 02 werden dann die ersten Ist-Werte und “Korrekturzündungen” zum “Annual Operating Plan” eingefügt.
Am Freitag (22.05.2009) hat in Kaliningrad, der russischen Ostsee-Enklave, die 2. Internationale Controlling Konferenz stattgefunden. Ich durfte die Referenten des Internationalen Controller Vereins aus Deutschland, Estland, Litauen und Polen begleiten und selbst einen Vortrag vor den 60 Teilnehmern halten. Alle Beiträge, auch die Diskussionen, wurden live deutsch-russisch übersetzt.
Das Tagungsmotto war “Theorie und Praxis des Controllings unter den Bedingungen der Krise”. Mehr…
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